Professor Dr. Gregor Fuhrmann forscht seit 2021 als Inhaber des Lehrstuhls der Pharmazeutischen Biologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), nachdem er vorher an der ETH Zürich promoviert wurde, als Postdoc am Imperial College London und als Nachwuchsgruppenleiter am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland arbeitete. Professor Fuhrmann leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen, die seit Jahrzehnten rapide zunehmen und jedes Jahr schätzungsweise 1,3 Millionen Todesopfer fordern. Um Antibiotikaresistenzen in den Griff zu bekommen, gilt es nicht nur neue Wirkstoffe zu finden, sondern auch Strategien zu entwickeln, um Antibiotika zielgerichtet einzusetzen.
Gregor Fuhrmann forscht an einem völlig neuartigen Ansatz: Sein Ziel ist es, im Boden lebende, nicht-pathogene Bakterien zu nutzen und sie dazu anzuregen, Wirkstoffe gegen spezifische Krankheitserreger zu produzieren. Gleichzeitig arbeitet er daran, diese neuen Antibiotika mithilfe von „Wirkstoff-Taxis“ zielgerichtet an die Stellen des Organismus zu transportieren, an denen der Wirkstoff benötigt wird. Diese Nanokapseln, s.g. extrazelluläre Vesikel, werden von den Bakterien selbst produziert und dienen als natürliche Transporter für Botenstoffe, da diese extrazellulären Vesikel auch von Körperzellen freigesetzt werden.
Für seine Forschung, die einen wichtigen Schritt in Richtung personalisierter Therapie darstellt, erhielt Prof. Fuhrmann 2026 einen Proof of Concept Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC), der mit einer Förderung in Höhe von 150.000 € verbunden ist.
1. Warum haben Sie Erlangen oder FAU als Forschungsstandort gewählt?
Wegen der optimalen Forschungsanbindungen in der Biologie und Pharmazie, sowie in die Medizinische Fakultät.
2. Was ist die Vision hinter Ihrer Forschung?
Bessere Therapieoptionen gegen die fortschreitende Antimikrobielle Resistenz zu entwickeln.
3. Welche Bedeutung hat Ihre Forschung (zukünftig) für die weitere Entwicklung Erlangens als Innovationsstandort?
Ich hoffe, einen Beitrag dazu leisten zu können, dass die Innovationskraft Erlangens im Bereich Pharmazie und Medizin zukünftig erhalten bleibt.
4. Was macht Erlangen aus Ihrer Sicht zu einem Standort, an dem man gerne arbeitet und lebt?
Neben der Forschungsmöglichkeiten, die die FAU bietet, ist das vor allem die hohe Lebensqualität, die die Stadt und die Umgebung bieten.